Ist da Jemand?

Angelika Simma schreibt:
Vor einigen Monaten habe ich für meine Master Thesis in der österreichischen Corporate-Blogging Szene gesucht und nicht besonders viel gefunden. Da hab ich mir gedacht: Suchst Du doch jetzt noch einmal. Leider Fehlanzeige. Bis auf das nette Baumax Weblog und das Blog von Telekom-Sprecher Martin Bredl leider ziemlich tote Hose!

Ich frag mich ja auch wen es sonst noch gibt, der seinen Blog nicht rein aus privaten Gründen führt. Regelmäßig kreuzen sich meine Wege mit:

Georg Holzer, Markus Pircher, Gerald Reischl, Zuckerwatte, Thomas Lutz, Hannes Treichl und Dieter Rappold.

Viel mehr Links führen nach Deutschland. Da muss es aber noch mehr in Österreich geben. Freue mich auf neue Kontakte.


Dani T. (anonym) 11. Nov, 19:40

Ich hab vor einiger Zeit begonnen, zumindest einen Teil meiner RSS-feeds nach der Eigenschaft "aus Österreich" zu sortieren - so behalte ich einen guten Überblick über die "Szene". Einige wirkliche Corporate Blogs gab es ja nur für einen begrenzten Zeitraum (Antarctica, Ja! Natürlich..). Vielleicht sollten wir eine Liste nach dem Vorbild von Fredrik Wackå (http://www.corporateblogging.info/europe/) anlegen?
Naja, ein paar mehr als die oben erwähnten gibts dann doch noch.

In meiner Sidebar gibts eine Kategorie 'Blogschaufenster Österreich'. Sind zwar auch ein paar private dabei aber wenn Ihr es nicht ganz so eng seht: Auch EPU Blogs sind Business Blogs.

Demnächst kommt bestimmt das eine oder andere 'echte' Corporate dazu, stimmts, Ed? :-)

... und danke, Martin, für die Verlinkung.

Martin Bredl 12. Nov, 00:09

Hannes, du hast so einen perfekten Blog, dass ich dachte du sitzt in Deutschland. Es ist eigentlich blöd so zu denken.
Oh, danke für die Blumen, Martin! Macht nix, im Grunde ist es ohnehin egal wo man sitzt. Hauptsache es gelingt, für ein paar Leser einen Mehrwert zu schaffen. Schönen Sonntag noch!

Thomas Lutz (anonym) 12. Nov, 16:03

Das erinnert mich irgendwie an die Anfänge des WWW, wo so um 1994 ff ganze Magazine wie Helmut Hackls M@IL oder NEWS Beilagen mit Linklisten und Beschreibungen von Firmenwebseiten gemäß "Die sind auch schon online :0" publiziert wurden. IMHO benötigen wir statt schwierig zu wartenden Listings einfach eine g´scheite Suchmaschine, welche sowohl auf Blogs bzw. eben auch auf corporate blogs und Länder einschränken können. Aber vielleicht gib´t das eh schon längst ...?

Markus (anonym) 12. Nov, 18:46

Naja, Suchmaschinen gibt es en masse und auch Blog Verzeichnisse schießen aus dem Boden wie die Schwammerl... Ich möchte mal eine Gegenfrage in den Raum stellen - Was bringt die beste Suche und das beste Verzeichnis, wenn man wieder nicht alle erhofften Blogger damit erreicht?

"Die üblichen Verdächtigen" findet man recht schnell, aber um sich als kompetente Plattform zu etablieren und ähnliche Reichweite wie Technorati zu erreichen, wird es leider ein bisserl mehr brauchen...

Jörg (anonym) 12. Nov, 23:17

Was sind denn eigentlich die Kriterien für ein richtiges Corporate Blog? Reicht es wenn der Blogger ab und zu mal über seine Arbeit schreibt? Und darf er/sie dann auch über Privates im seinem Blog berichten?
Gilt ein Blog nur als Corporate Blog wenn es vom Geschäftsführer geschrieben wird?

Die Grenzen sind da IMHO schon etwas unscharf ...
Helft's mir bitte mit der Definition von Corporate Blogging. Mein Blog (http://reflections.kuehmayer.at) ist auszugsweise ein Ausdruck meiner Persönlichkeit, zu der als EIN Element auch mein Berufsleben gehört. Und natürlich beschäftigt mich das und selbstverständlich blogge ich darüber auch. Da finden sich dann auch wichtige Schwerpunkte, die mein Unternehmen grade setzt und die mich berühren bzw. die ich mitgestalte. Ein Corporate Blog in der Art einer Marketingwebseite in einem anderen Darstellungsformat ist das aber nicht, und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein solchermaßen verstandener Blog von irgendjemand gerne gelesen würde. Wozu also Corporate Blogs suchen? :-)

ossi1967 (anonym) 14. Nov, 09:56

Die Frage hab ich mir auch schon gestellt: Was, zum Geier, ist ein Corporate Blog? Und vor allem: Wozu? Wer liest sowas? Ich war kurz davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten und diese Blogs per se als unnützen http-Werbespam zu verteufeln (was nicht ganz allein nur meine Schwuld ist - das Unwort "Corporate Blog" tut schon seinen Teil dazu *gg*).

Auf der negativen Seite steht sicher, daß jemand, der für ein bestimmtes Unternehmen schreibt, ganz grundsätzlich mit einem Glaubwürdigkeitsproblem zu kämpfen hat. Schreibt er selbst oder seine Asssistenten? Meint er, was er schreibt? Oder ist es billige PR? Was verschweigt er aus unternehmenspolitischen Gründen? ...?

Auf der positiven Seite kann (muß nicht) stehen, daß ein "Corporate Blogger" aufgrund seiner Tätigkeit u.U. tatsächlich ein Fachmann auf seinem Gebiet ist. Daß es interessant ist zu lesen: Hey, was denkt eigentlich der Mr.X von Acme Corp. über dieses oder jenes Thema? Hier interessiert den Leser dann die Meinung des angesehenen Fachmanns, weniger die News aus dem Unternehmen.

Natürlich muß man sehen, daß es aus Lesersicht völlig wurscht ist, ob der Fachmann jetzt "corporate" oder einfach nur privat blogt. Solange es interessant ist, was er schreibt, spielts keine Rolle. (IdR werden für den typischen Leser die privaten Blogs vielleicht sogar interessanter, weil unverfälschter sein.) - Für das Unternehmen jedoch kann es zu einem Imagegewinn werden, wenn ein anerkanntes, inhaltlich gutes Blog mit seinem Namen in Verbindung gebracht wird.

Ob tatsächlich etwas "zurück kommt" via Blog, ob über Links/Kommentare/... ein zusätzlicher Mehrwert auch für das Unternehmen entsteht, wage ich zu bezweifeln. Das ist eine Lieblingstheorie derer, die Blog-Lösungen verkaufen ;-)

Markus (anonym) 14. Nov, 23:38

@ossi: Kannst du den Unternehmenserfolg durch PR messen? Ich kanns nicht, bin mir aber sicher, dass es irgendwelche mathematischen Modelle gibt, die mich vom Gegenteil überzeugen können.

In jedem Fall ist jegliche positive Publicity für ein Unternehmen (=Corporation, um wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kehren) positiv zu bewerten. Wer den Sinn eines Blogs durchschaut hat, wird auch auf eine etwas offenere Art und in einem anderen Stil kommunizieren als man das von der klassischen Unternehmenskommunikation gewohnt ist - Das sollte bei den Stakeholdern einen Mehrwert erzeugen, der vice versa wieder dem Unternehmen zugute kommt.

Natürlich gilt es gewisse wie von dir beschriebene Randbedingungen zu erfüllen, um ernst genommen zu werden und den gewünschten Effekt zu erzielen.

Wie Martin schon gesagt hat, rührt der Terminus "coporate" vom Bezug zum Unternehmen. Für mich persönlich definiere ich ein corporate Blog durch die Inhalte, die in diesem Fall in irgendeiner Art den Bezug dazu herstellen.

Unterm Strich ist es (so glaube ich) aber nur eine Sache der Wahrnehmung beim Leser.

ossi1967 (anonym) 15. Nov, 14:25

@Markus: Hast Du mir jetzt eigentlich widersprochen oder zugestimmt? *verwirrtbin* ;-)

Im Grunde, glaub ich, wissen wir eh, was mit Corporate Blog (CB) in etwa gemeint ist. Ich habe nur Franz Kuehmayers Beitrag so verstanden, daß er die legitime Frage stellt: Was unterscheidet ein CB von einer "normalen" Website des gleichen Unternehmens? Wenn nämlich *inhaltlich* das gleiche drinsteht, dann ist die Folgefrage berechtigt: Warum erfinden wir einen neuen Begriff?

Du weißt, daß ich sehr allergisch auf Buzzwords reagiere und sie besonders genau hinterfrage. Solange der CEO der Tintifax AG in seinem "Blog" regelmäßig nur die Pressemitteilungen der AG veröffentlicht, ist das für mich kein CB. Das ist eine Unternehmenswebsite. Ebenso, wenn er nur alle 2 Tage schreibt, daß die Tintifax AG besser ist als die Habakuk GmbH.

Ich habe oben versucht zu skizzieren, was in einem CB stehen könnte, damit es die Bezeichnung "Blog" tatsächlich verdient und lesens-/kommentierenswert ist. War als Antwort auf den Abschnitt "... Marketingwebseite in einem anderen Darstellungsformat ..." von Franz Kuehmayer gedacht, nicht als Abgrenzung CB vs. Privatblog.

Markus (anonym) 15. Nov, 23:45

Ich habe deine ersten Fragen als imho übertriebene Skepsis gegenüber dem "Thema an sich" interpretiert und meinen Senf dazu gegeben. Ich widerspreche dir nicht aus Prinzip ;-)

Das Thema Buzzwords gehört jetzt nicht unbedingt hier her, aber stellenweise hat die Verwendung selbiger durchaus einen positiven Aspekt...

Martin Bredl 13. Nov, 22:40

Ein Corporate Blog steht in einem Zusammenhang mit einer Corporation (Unternehmen). Das Unternehmen bietet Mitarbeitern die Möglichkeit ihr Wissen und ihre Meinung außerhalb des Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Dabei kann der Mitarbeiter auch seine persönliche Meinung zum Ausdruck bringen, der Blog dient aber keinem privaten Zweck. Warum soll das ein Unternehmen machen? Erstens kann so eine glaubwürdigere Kommunikation entstehen und zweitens kommt auch etwas zurück. Mitarbeiter und das Unternehtmen profitieren von der "Schwarmkreativität". Warum kann es Sinn machen andere Corporate Blogger zu kennen? Je größer der Schwarm umso größer die Creativität!

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